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Mittwoch, 13. Juli 2016

Salento - Zona Cafetera

Nach drei Tagen in Bogotá freuten wir uns schon wieder auf einen kleineren Ort und mehr Natur in der Zona Cafetera. Mit dem Nachtbus (wie sehr vermissen wir die komfortablen Nachtbusse aus Peru und Bolivien) ging es von Bogotá nach Pereira und von dort in der Früh weiter nach Salento. Salento liegt auf ungefährt 1800 m Seehöhe mitten in den Anden von Kolumbien. Der Ort selbst beeindruckt mit seiner traditionellen Architektur und den bunten Fassaden der Häuser und ist ein Paradies für Souvenirjäger.



Einkaufsstraße von Salento




 Ausblick vom Mirador auf Salento


Die restaurierten Jeeps stehen bereit zur Fahrt ins Valle del Cocora.


Für viele Touristen ist Salento der Ausgangspunkt in das Valle de Cocora. Dieses Tal ist für die Quindio-Wachspalme bekannt, welche mit bis zu 60 m die höchste Palmenart der Welt ist. Bei einer Wanderung genossen wir den Ausblick auf das Tal und die Natur.



Zuerst gehts bergauf ...


... mit gigantischem Ausblick auf die riesigen Wachspalmen.


Dann gehts im dichten Wald entlang eines Baches wieder zurück.


Unser spontaner Begleiter zeigt uns den Weg.


Zwischen den Palmen findet man auch bekannte Zeitgenossen.



Auf unserer To-do-Liste standen auch noch ein Besuch auf einer Kaffeefarm und ein Ausritt per Pferd. Deshalb ließen wir uns Neoreiter auch das verlockende Angebot beides in einem zu kombinieren inklusive eines Abstechers zu einem Wasserfall einreden. Nach einer Stunde auf dem Pferd erreichten wir die Kaffeefarm von Don Elias. Sein Enkel führte uns durch die Kaffeeplantage und erklärte uns alles von der Saat der Pflanzen bis zum Mahlen des Kaffees. Nach der Kaffeeverkostung schwangen wir uns voller Elan wieder auf unsere Pferde und ritten nur mit einer kurzen Fruchtsaftpause zwei weitere Stunden bis zum Wasserfall. Bis auf Christian traute sich niemand in das kalte Wasser des Flusses und wir gaben uns mit dem Bestaunen des Wasserfalls und der Schmetterlinge zufrieden. Nach dieser Pause fiel und das Aufsteigen auf die Pferde schon wesentlich schwerer und uns stand noch eine weitere Stunde am Pferd bevor bis wir dann endlich wieder Salento erreichten. Statt den angepriesenen drei bis vier Stunden waren wir ganze sechs Stunden unterwegs. In Erinnerung blieb uns nicht nur der gute Kaffee und die beeindruckende Landschaft rund um Salento, sonder auch ein ordentlicher Muskelkater.



Mit einem PS gehts zur Kaffeeplantage ...



... wo unsere Transportmittel während unserer Führung brav warten. 


In jeder "Kaffeebeere" befinden sich eine bis drei Bohnen, wenn nur eine Bohne darin ist, bedeutet das die beste Qualität


Die Bananenstauden mitten in der Plantage versorgen den Boden mit Wasser in der Trockenzeit und nehmen das überschüssige Wasser in der Regenzeit auf.


Die Schlechten beim Trockenen händisch aussortierten Bohnen werden hier als "Nescafe" bezeichnet...


 Die gute Ware vor dem Rösten. Durch unterschiedlich langes Rösten kann man 5 unterschiedliche Qualitätslevels von Kaffee produzieren. Level 5 ist der schwärzeste aber auch der schwächste.



Nach einer Verkostung des hier auf der Plantage biologisch angebauten Kaffees, der übrigens nur hier exklusiv den Besuchern verkauft wird, gehts weiter hoch zu Ross quer durch die wunderschöne Landschaft.


Es geht weiter durch Flüsse ...


... und bezaubernde Landschaften ...


... zum eiskalten Wasserfall ...


... wo unzählige wundschöne Schmetterling auf uns gewartet haben.


Zum Abschluss über teils schwierigste Streckenabschnitte zurück nach Salento.


Montag, 11. Juli 2016

Bogotá und die gigantische Catedral del Sal in Zipaquirá

Ankunft in Columbien, Bogotá in der Nacht. Erster Eindruck: Alles noch ein wenig sauberer, organisierter und westlicher als in unseren ersten 3 Ländern dieser Reise. Unser Quartier ist direkt im historischen Zentrum in den engen Gassen von La Candelaria, deswegen war die Anfahrt mit dem Taxi ein wenig schwieriger als erwartet. Gleich in der Früh am nächsten Tag haben wir uns wie schon  in anderen Städten auf unserer Reise für eine Free Walking Tour entschieden. Die Guides sind meistens junge Studenten die den Touristen ihre Stadt aus ihrer eigenen Sicht möglichst eindrucksvoll vorstellen möchten. Auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht und bekamen das komplette Programm mit Spaziergang im historischen Zentrum, die besten Tipps für Lokale, Märkte und Ausflugsziele und auch ein bisschen Geschichte um die Kultur von Kolumbien besser zu verstehen.
Bevor Esther und Armin zum Flughafen mussten, haben wir uns noch gemeinsam die typisch kolumbianische Küche gegönnt. Ajiaco, eine sehr reichhaltige, dicke Kartoffelsuppe mit Hühnerfleisch, Avocado und Mais. Und dazu Tamales, die in Palmblättern eingewickelte Spezialität aus Gemüse Kartoffeln und Hühnerfleisch. Alles sehr zu empfehlen.

Die engen Gassen von La Candelaria sind sehr berühmt für ihre kunstvollen Graffitis. Überall im historischen Zentrum findet man die großflächigen, legalen (oft werden die Künstler von den Hausbesitzer beauftragt) und meist sehr bunten Kunstwerke.

Überall in der Altstadt findet man die farbenprächtigen Kunstwerke






Hauptplatz mit der Kathedrale von Bogotá


Paloquemao - Der größte Obst- und Gemüsemarkt von Bogotá


Am nächsten Tag war Sonntag, dass wussten wir allerdings erst als wir uns gemeinsam mit gefühlten 5.000 anderen Menschen in die Schlange zur Standseilbahn zum Monserrate de Bogotá anstellten. Der Monserrate de Bogotá ist so etwas wie der Hausberg von Bogotá. Auf dem Gipfel, die Inglesa del Señor Caído (Kirche des gefallenen Herrn), ist ein sehr beliebte Ausflugs- und Wallfahrtsziel der Kolumbianer. Ein Phänomen das uns nicht nur hier aufgefallen ist: Noch größer als die Kirche ist die dahinter befindliche endlos scheinende Fress- und Souvenirmeile die an diesem Sonntag fast einen Kirtagcharakter hatte. Inzwischen ist unser Spanisch schon so gut, dass wir sogar den Pfarrer bei der Messe ein bisschen verstanden haben. Nach kurzem genießen des beeindruckenden Ausblicks über die Stadt haben wir uns wieder für die Talfahrt angestellt. Es gibt neben der Funicular (Standseilbahn) sogar auch eine Teleferico (Gondelbahn), aber an Wochenenden mit schönem Wetter gehts trotzdem nicht ohne warten.


Mit Gondel oder Standseilbahn gehts auf den Monserrate.


Neben ein paar noblen Restaurants, die leider zu hatten, ...


... gibts da oben die Inglesia des Señor Caído (Kirche des gefallenen Herrn)


Gleich dahinter beginnt die Souvenirmeile


Und dahinter die Kirtagsfressmeile


Neben den typischen Hendln, Würstln und Kochbananen gibt es angeblich auch gefüllte Schweine im Ganzen als Delikatesse. Wir haben allerdings keine gefunden.


Blick von oben auf die ca. 7 Millionen Einwohner zählende Metropole Bogotá



Am nächsten Morgen sind wir mit dem Bus nach Zipaquirá, ungefähr eine Stunde nördlich von Bogotá, gefahren. Der kleine beschauliche Ort mit dem kolonialen Hauptplatz ist sehr berühmt für die nahegelegene Catedral del Sal (Salzkathedrale). Fünf Kilometer tief und 180m unter der Erdoberfläche in einem Salzberg liegt diese gigantische Anlage. Ursprünglich entstanden als Kapelle in einem Salzbergwerk, wurde die jetzt größte unterirdische Kathedrale der Welt immer weiter ausgebaut. Eine ältere Kathedrale innerhalb des gleichen Berges wurde 1992 wegen Einsturzgefahr gschlossen. Die jetztige wurde 1995 eröffnet.
Laut unserer Führerin ist es nicht nur die größte, sondern auch die einzige unterirdische Kathedrale der Welt. Erkennbar daran, dass es in der dreischiffigen Höhlenkirche gleich mehrere Seitenaltäre gibt. Ausserdem gibt es 14 in den Salzstein gemeißelte Kreuzwegstationen entlang des Weges nach unten. Mit einer Länge von 120 Meter und einer Höhe von knapp 40 Metern hat das Hauptschiff gigantische Ausmaße. Doch auch hier gilt wieder: Der kommerzielle Bereich mit Kaffeehäusern, Schmuckgeschäften, unzähligen Souvenirstandln und sogar einer gigantischen unterirdischen Veranstaltungshalle ist viel größer als die Kathedrale selbst.


Der Eingangsstollen in die insgesamt 5 km langen Gänge und Höhlen des Salzberges


Am Weg nach unten geht es vorbei an 14 Kreuzwegstationen





Blick vom Chor in die ...


... Catedral del Sal


Einer der Nebenaltäre ist größer als so manche Kirche



Am Boden im Hauptschiff ist die Nachbildung der berühmten Skulptur von Michelangelo.


Weiter gehts durch ewig lange Gängen ...



... in die Kommerzabteilung, ...


... in eins der Kaffeehäuser ...


... bis zum Festsaal.




Letzter Abend in Bogotá im gemütlichen La Candeleria-Viertel


Quito - Adiós Ecuador

Nach dem Amazonasgebiet verbrachten wir gemeinsam mit Esther und Armin ein paar Tage in Quito. Quito darf sich mit 2850 m Seehöhe als die höchste Hauptstadt der Welt rühmen, nachdem La Paz nur der Regierungssitz von Bolivien und nicht die Hauptstadt ist. Die Altstadt von Quito ist von kolonialer Architektur geprägt und wurde weltweit als erste Stadt in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Somit gibt es in der Altstadt viel zu sehen und wir haben uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an unserem ersten Tag in Quito bei einer Stadtführung zeigen lassen. Den Abend haben wir mit einem für die Andenregion typischen Heißgetränk, dem Canelazo (Wasser, Zimt, Nelken, Naranjillasaft und Aguadiente) ausklingen lassen.

Die hügelige Altstadt von Quito


Plaza Grande






Obstabteilung in der Markthalle


La Iglesia de la Compañía de Jesús


El Panecillo mit der Virgen de Quito



Einer der wunderschönen kolonialen Innenhofe 


Die gigantische Basílica del Voto Nacional ... 


... mit den beiden Türmen (den dritten kleinen kann man besteigen).



 Durch den Dachstuhl geht es den Turm hinauf


 Ausblick vom Turm





Männer am Plaza del Teatro



La Ronda, in dieser Straße bekommt man angeblich das beste Canelazo.






Am nächsten Tag besuchten wir die 23 Kilometer nördlich gelegene Mitad del mundo. Die offizielle laut GPS vermessene Äquatorlinie verläuft jedoch 240 m nördlich davon und wird auf dem Museumsgelände mit keinem Wort erwähnt. Neben einer gelben Linie, die den Äquator darstellen soll und dem Äquatormonument, gibt es auch ein Freilichtmuseum über die typischen Häuser, Werkzeuge und Traditionen der einzelnen ecuadorianischen Regionen, ein Schokoladenmuseum, ein Plantarium und natürlich zahlreiche Souvinirgeschäfte.


 Schokoladenmuseum am Gelände der Mitad del Mundo



Von den Anbaugebieten in Ecuador bis zur fertigen Schokolade wird alles erklärt.


Monolith mit der Erdkugel



Rolf Rüdiger war wieder dabei



 Ausblick von oben


 Typische Kleidung haben wir natürlich auch probiert


 La llama llama ...


Powernapping in der laut Christian schlechtesten Planetariumsshow die er sich vorstellen kann.


Für alle die sich auskennen ... Normalerweise wird in einem Planetarium mit EINER 360° Projektion gearbeitet. Nicht wie hier mit zwei (nicht einmal vernünftig eingestelltnen) uralten, unscharfen XGA Projektoren. LG an Hannes Fally, vielleicht kannst du da mal was richten ;)


An unserem dritten Tag in Quito fuhren wir mit dem TeleferiQo auf 4000 m hinauf. Von dort kann man bei noch kühleren Temperaturen als in der Stadt die Aussicht auf Quito genießen.

Am Abend ging es dann per Flug weiter nach Bogotá und wir mussten nach genau zwei Monaten Abschied von Ecuador nehmen.



 Warten auf unsere Gondel


 Ausblick auf Quito von der Ostseite des Pichincha Vulkans auf ca. 4000 m Seehöhe


Adiós Ecuador!