Nach 99 Tagen in Südamerika
kamen wir letzten Dienstagnachmittag endlich am Pazifik in Paracas (das
offiziell El Chaco heißt) an. Direkt nachdem wir in unserem Hostel
eingecheckt hatten, war unser erster Weg an den Strand und gleich ins gar nicht
so kalte Wasser des Pazifiks.
Paracas ist neben den Isla Ballestas und dem Reserva
Nacional de Paracas unter Insidern auch fürs Kitesurfen bekannt. Deshalb
verbrachte Christian den nächsten Tag mit Kitesurfen und ich mit lesen und
sonnen am Strand.
Traumhafte Bedingungen zum Kitesurfen in der Bahia de Paracas
... begeisterte Zuschauer am Strand ...
... und im Wasser
verdiente Jause
Sonnenuntergang am Pazifik
Am Tag darauf ging es per
Boot zu den Islas Ballestas, die den Spitznamen "Galapagos für die
Armen" tragen. Bereits bei unserer Fahrt aus dem Hafen konnte ich den
ersten Seelöwen beim Untertauchen beobachten. Der erste Stop der Tour war vor
den Candelabra Geoglyphen, deren Hintergrund auch ein Rätsel ist. Danach
ging es weiter zu den Islas Ballestas. Dort kann man Seelöwen, Pinguine,
Guanokormorane, Pelikane und viele andere Vögel beobachten. Das Highlight waren
natürlich die Seelöwen die sich einerseits in großen Gruppen auf den Stränden
tümmelten, aber auch vereinzelt auf Felsvorsprüngen ihr Nickerchen hielten.
Fischerboote im für den Pazifik sehr ruhigen Hafenbecken von Paracas
Mit dem Schnellboot gehts in 30 Minuten ...
... vorbei am den Candelabra Geoglyphen ...
... begleitet von Pelikanen ...
... zu den Islas Ballestas.
Die Felsen der Inseln sind eigentlich dunkel, durch die Ausscheidungen der tausenden Vögel wirken sie allerdings weiß.
Diese werden von unzähligen Pinguinen ...
... Meeresvögeln ...
... Pelikanen ...
... Peruanischen Tölpeln, Guanokormoranen ...
... und Seehunden bevölkert
Eine Kolonie Guanokormorane
Ein Strand voller Seelöwen
... die das Leben auf der Insel ...
... und im Wasser sehr genießen
zurück im Hafen werden wir von riesigen Pelikanen begrüßt
Nach ungefähr zwei Stunden
waren wir wieder zurück im Hafen und hatten eine kurze Erholungspause bevor wir
mit der Tour in das Reserva Nacional de Paracas starteten. Dafür wurden
wir und zwei andere aus dem Hostel von einem Taxi abgeholt. Kurz nach dem wir
los gefahren sind, entpuppte sich unser Taxifahrer als Tourguide. Das Reserva
Nacional de Paracas ist ein großes Wüstenschutzgebiet auf der Halbinsel Paracas.
Vor mehreren hundert Millionen Jahren war auf der Halbinsel alles Grün und ein
Urwald, daher wurde bis vor einigen Jahren auf dem Playa la Minera Kohle
abgebaut. Noch heute wird in einem anderen Teil des Parks Salz abgebaut, wovon
der größte Teil nach Europa expandiert wird. Neben Fosillien von Muscheln und
Schnecken hat man auch Spuren von 1,50 Meter großen Pinguinen und ähnlich dem
Pelikan aussehende Vögeln mit Reißzähen und einer Flügelspannweite von sechs
Metern gefunden. Heute findet man vor allem Vögel in den Felsvorsprüngen der
Klippen, Pelikane an den Häfen die gierig auf Fischreste warten, beeindruckende
Wüstenlandschaften, Straßen aus Salz und andere erst im Bau und vor allem
viele, schöne Strände in unterschiedlichsten Farben und verschiedenen
"Sandarten". An einem einsamen Strand, der Lieblingsstrand unseres
Guides, nutzten wir die Zeit zum schwimmen. Laut unserem Guide bleibt dieser
Strand trotz seiner Schönheit die meiste Zeit verwaist, weil man dazu ganze 20 Meter
über eine Stiege hinunter steigen muss. Wir genoßen dort deshalb umso mehr die
Ruhe. Der Abschluss unserer Tour war ein Besuch im Museum mit Informationen
über den Nationalpark. Derzeit wird daneben ein zweites Museum über die Paracas
Kultur gebaut, weil das alte, so wie viele andere Gebäude und Straßen in der
Umgebung, bei dem großen Erdbeben 2007 zerstört wurde.
Die Salzstraßen im Nationalpark werden täglich von mit Salz beladenen LKWs genutzt. Durch den Gummiabrieb der Reifen werden die Straßen dunkel.
Fossilien von Schnecken und Meerestieren die hier vor über 350 Millionen Jahren lebten.
Wunderschöne Strände
Fischer nutzen die verlassenen Strände im sehr fischreichen Nationalpark
Playa roja (der rote Strand)
Einer der wenigen Wüstenbewohner
Die beeindruckenden Pelikane warten gierig auf Fischreste im Fischerhafen
Der schwierig erreichbare (20 Meter Stufen) und somit einsame Strand ...
... gleich neben dem überlaufenen playa la mina
Bevor es an unserem vierten
Nachmittag in Paracas schon wieder weiter nach Lima ging, verbrachten
wir die restliche Zeit entspannt am Strand und genoßen das Meer noch einmal so
richtig.

