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Samstag, 9. Januar 2016

Bienvenidos en Proyecto Horizonte

Wow, wo sollen wir anfangen - so viele neue Eindrücke.

Wir waren gestern zum ersten Mal den ganzen Tag beim Proyecto Horizonte und haben versucht uns trotz Verständigungsprobleme (unser Spanisch wird von Tag zu Tag besser) irgendwie einzubringen.

Zu den vielen Unterschieden im Alltag zwischen Südamerika und Ö werden wir gesammelt einen Bericht machen.

Vorerst sei gesagt dass in Bolivien (sowie in ganz Südamerika, glaube ich) derzeit die großen Sommerferien (Dez und Jän) sind. Das heißt auch im Projekt gibts jetzt ein Ferienprogramm, bis dann im Februar wieder mit der Schule durchgestartet wird. Das Ferienprogramm findet von 8:30 bis 14:30 statt, welches von den Volunteers (Freiwilligen ;-) ) selbst zusammen gestellt wird (Englisch Unterricht, Computer Kurs, Theater Unterricht, Sport (=Fussball), usw.).

Weil gestern die Englisch Lehrerin krank war, durften wir gleich mal spontan den Unterricht machen. Ich glaube nach europäischen Schulstandards würde man unseren Unterricht als katastrophal bezeichnen, immerhin hatten alle Beteiligten mehr oder weniger viel Spaß (manche sind eingeschlafen).

Am Abend mussten wir gleich mal unsere Fachkenntnisse unter Beweis stellen. Ein paar musikalische Kids, sowie ein ehemaliger Volunteer hatten die Idee ein Musik Studio beim Proyecto Horizonte (PH) einzurichten, und so wurden zum PC ein analoges Mischpult, eine Soundkarte sowie Mikrophone und Kabel angeschafft.
Christian hatte dann gestern die Ehre das "Studio" zum ersten Mal in Betrieb zu nehmen und es wurde 2 Stunden lang mit 3 Gitarren und einer Quena (traditionelle Flöte aus den Anden) aufgenommen.

Für die Insider: Es gibt sogar Nuendo 4.1!! Was angesichts der Tatsache, dass es in dem ganzen Viertel (Ushpa-Ushpa), wo PH ist, nicht mal fließendes Wasser gibt, ein Wahnsinn ist.

Margret wurde dem örtlichen Fußballverein, der eigentlich eine Fußballschule ist, die von PH unterstützt wird, als neue offizielle Physiotherapeutin vorgestellt. Den Kindern und Jugendlichen taugt das natürlich sehr, und sie fühlen sich jetzt ein bissl mehr wie Messi und Co. Auch der Headcoach hat bereits seine Wehwehchen angekündigt ;). Seitdem wird sie als Doctora angesprochen ;).

Auch hier sei wieder bemerkt, dass das Wort Fußballverein keineswegs irgendetwas mit europäischen Standards zu tun hat. Der Platz ist ein sandiges Schotterfeld mit Faustgroßen Steinen der noch nie einen Grashalm gesehen hat und bergab geht. Als Umkleide bzw. Vereinshaus dient ein Baum unter dem man, wenn es nicht gerade geregnet hat, auf Steinen sitzen kann.

Fotos vom Projekt und der Gegend folgen demnächst, leider war gestern der Akku von der GoPro spontan leer.

Alles in allem haben wir uns schon gut eingelebt und wissen schon wo wir wie und wann wohin kommen.

Dazu vielleicht noch ein Wort. Wer schon einmal in Süd-/Mittelamerika war, kennt die lustig beklebten und dekorierten Routen-Taxis, die hier TRUFIs genannt werden:


TRUFIs: der weiße Bus im Vordergrund und ganz links in türkis



Inside a TRUFI


TRUFIs sind private Autos, meist umgebaut, um die doppelte Menge an Passagieren transportieren zu können, mit einer Nummer am Dach und hunderten Aufklebern (unvorstellbar wie die noch raussehen). Die fahren den ganzen Tag ihre fixen Routen rauf und runter und man kann einfach rein und raus springen wo man will. Egal wie lange die Fahrt dauert kostet es immer 1,90 Bolivianos (ca. 25 Cent) pro Person.

Außerdem gibts noch die Micros:



Micros sind uralte bemalte Busse die auch bestimmte Linien haben wie die TRUFIs, aber ewig brauchen (mehr Passagiere, individuelle Ein- und Ausstiegsstellen).


Wir haben sicher einiges vergessen, aber soviel mal zum Ersten Eindruck.

Liebe Grüße aus dem 25°-30°C warmen Cochabamba ;)

PS: Wir freuen uns über eure Kommentare !