Hallo liebe Leser und Leserinnen unseres Blogs!
Inzwischen haben wir uns hier schon gut eingelebt, unser Spanisch wird von Tag zu Tag besser und im Warten und Geduld haben sind wir jetzt schon ziemliche Profis.
Die wichtigsten Einkaufsmöglichkeiten finden wir rund um unser Haus. Das sind kleine Geschäftslokale, manche schauen aus wie zu Geschäften umfunktionierte Garagen, und jeder bietet unterschiedlichstes an: Panderia Pim-Pan, Obst und Gemüse, nur Eier, alles von der Marke Pil (Wasser, Milch, Joghurt), Schreibwaren, "Putzsachen" für den Haushalt und den Körper, ... Einerseits ist es sehr praktisch und neben dem Markt in der Stadt die günstigste Art einzukaufen. Letztens haben wir für unseren Obst- und Gemüseeinkauf (Äpfel, Bananen, Mango, 0,5 kg Kartoffeln, Karotten, 0,5 kg Tomaten, 0,5 kg Fisolen) insgesamt 23 bs bezahlt (ca. 3 €). Für 10 Blätter dickes Papier haben wir 3 bs ausgegeben (ca. 0,40 €)
Heute habe ich es endlich geschafft, den Müll den wir seit unserer Ankunft horten, weil wir das System noch nicht durchschaut hatten, los zu werden. 3x die Woche um ca. 6:30 in der Früh fährt die Müllabfuhr mit Glockengeläute durch unser Viertel. Dann zieht man sich so schnell wie möglich an, packt seinen Müll und läuft vom 3. Stock hinunter inklusive Aufsperren des Vorhängeschlosses beim Gartenzaun und gibt den Müll ab. Die Müllsäcke im Vorhinein schon an den Ecken abzulegen, ist zumindest an unserer Ecke nicht üblich. Ich glaube, damit die freilaufenden Hunden die Säcke nicht aufbeißen und sie nach Essensreste durchsuchen. Der Müll der zwischendurch entsteht, wird von den Einheimischen großteils liegen gelassen oder aus den Fenstern der Autos geworfen.
Mittlerweile haben wir unsere Arbeitszeiten im Projekt festgelegt. Wir werden 3 Tage pro Woche arbeiten und die restliche Woche Zeit haben Bolivien zu erkunden.
Für die Kinder im Ferienprogramm bieten wir Computerkurse an, in denen sie die Grundlagen von Word, Excel, Power Point, etc. erlernen sollen. Das erfordert sehr viel Geduld und noch mehr Geduld. :-) Die Kinder sind auf unterschiedlichsten Levels, manche wissen zum Teil gar nichts mit einer Maus oder Tastatur anzufangen (wobei, wenn es darum geht Spiele zu öffnen, haben sie keine Berührungsängste mehr mit der Maus) und andere sind ganz geschickt im Umgang mit dem PC. Sie sind alle sehr, sehr quirlig und aufgedreht und sobald man sich mehr auf ein anderes Kind konzentriert und unterstützt, stellen die anderen schon wieder irgendwas an (am Computer vom Nachbarn etwas verändern, Spiele spielen, ...). Also Hut ab vor allen Lehrern!!!
Computerraum von Proyecto Horizonte
Nachmittags biete ich Physiotherapie für die Kinder aus dem Fußballverein und inzwischen auch schon für Interessierte aus der Gemeinde an. Christian wurde zum physiotherapeutischen Assistenten ernannt und unterstützt mich bei den Check-up's der Fußballkinder, in denen wir ihre Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Schnelligkeit testen. Ein paar Kinder und Mädels aus der Damenmannschaft haben wir schon für regelmäßige Therapien gewinnen können, um an ihren bestehenden Schmerzen und Beschwerden zu arbeiten.
Physiotherapieraum
An zwei unserer drei Arbeitstage ist abends das Fußballtraining, bei dem wir zum Teil zuschauen und die Termine mit den Kindern ausmachen und uns mit den Trainern und dem Präsidenten des Vereins absprechen.
Freitags abends sollten die Proben der Band stattfinden, bei denen Christian dabei ist und mit ihnen gemeinsam die Aufnahmen macht. Die Betonung liegt dabei auf "sollten" - von 3 Probeterminen seit unserer Ankunft hat bisher nur eine stattgefunden und Christian hat 2x umsonst auf die Band gewartet (inkl. 2h TRUFI An- und Abreise).
Am Sonntag hat ein großes Fest zur Gründung des Fußballvereins mit Spielen der drei Mannschaften stattgefunden. Für mich ist es immer wieder beeindruckend unter welchen Bedingungen die Kinder und Jugendlichen professionell spielen - maximal 1/3 der Kinder und Jugendlichen besitzt richtige Fußballschuhe und der Tormann spielt ohne Handschuhe (in Österreich bei einem offiziellen Spiel wahrscheinlich unvorstellbar). Also falls jemand Fußballschuhe für Kinder, Mädels und Jugendliche und Handschuhe für den Tormann abzugeben hat, sagt Bescheid!
Die ersten Zuschauer sind schon da.
Noch kurz den Platz vom Müll befreien.
Ansprache des Präsidenten des Fußballverbands bei der Ehrentribüne
Zuschauertribüne
Die ungebetenen Gäste verscheuchen ...
Die erste Partie spielen die Pequeños (U14).
Als nächstes die Mädls ...
... und gewinnen.
Alle Zuschauer sind begeistert
Für Verpflegung ist gesorgt
Sopa de Mani
Gelatina
Sogar einen eigenen Physiotherapie Stand gibt es.
Die letzte Partie des Tages spielen die "Jovenes" (U17)
Tor!!
Gestern haben wir unseren ersten Wanderung in Bolivien gemacht. Wir sind von Sipe Sipe (ca. 1 h mit den Trufis von Cochabamba entfernt, auf 2.450 m) 2 Stunden steil bergauf zu den Ruinen Inca Racay gewandert. Die Ruinen liegen laut dem angestellten Arbeiter auf ca. 3.000 m. Die Aussicht war traumhaft auf das Tal, in dem Cochabamba liegt. Die umliegenden Gipfel waren leider in Wolken gehüllt. Der Weg war gut beschildert und die Ruinen gut erhalten. Außer uns haben wir nur zwei andere Wanderer gesehen. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Rundherum konnten wir beobachten wie es regnete und uns erwischte der Regen erst als wir fast wieder im Ort waren.
Aufstieg (die Luft ist schon sehr dünn auf knapp 3.000m)
Ausblick aufs Cochabambatal
Das höchste erhaltene Mauereck von Inca Racay
Traumhafter Blick auf Cochabamba und die Regenfront
Liebe Grüße und bis zum nächsten Mal!!























