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Dienstag, 5. Juli 2016

Baños - riesige Wasserfälle, heilige Bäder und Outdoorspaß

Nachdem wir uns vom Pazifik in Montanita verabschiedet haben, sind wir mit dem Nachtbus nach Baños de Agua Santa oder kurz Baños gefahren. Der Ort ist einerseits bei Einheimischen als berühmter Wallfahrtsort, mit angeblich heilenden und somit heiligen Thermalquellen, sehr beliebt. Andererseits zieht es seit einigen Jahren immer mehr Touristen in den Talkessel mit der atemberaubenden Landschaft entlang des zirka 600 m tiefen Canyons in dem der Rio Pastaza fließt. Am Fuße des immer wieder aktiven Vulkans Tungurahua gelegen (1999 wurde komplett evakuiert - bis auf eine Ascheschicht auf den Häusern passierte nichts) bietet der relativ kleine Ort viele Outdooraktivitäten für die Touristen. Nicht zuletzt gibt es einige sehr beeindruckende Wasserfälle, der berühmteste davon ist sicherlich der Pailón del Diablo (Teufelsschlucht).

Wir haben leider nicht das ideale Wetter für unseren Besuch erwischt, es hat fast durchgehend geregnet, aber dafür haben wir uns um so mehr über unser Hostel gefreut. Vom super Frühstück auf der (überdachten) Dachterasse, über sehr angenehme (und günstige) Massagen, bis hin zum Kneipen im dampfbeheizten Holzkasten haben wir alles ausprobiert. 

Auf der Fahrt zum berühmten Pailón des Diablo entlang des Canyons auf einem zum Touristenbus umgebauten LKW haben wir ein paar Stopps gemacht, bei denen man in einer besseren Materialseilbahn über den Canyon fahren kann. Esther und Armin haben es sich nicht nehmen lassen bei leichtem Nieselregen den über 600 m breiten Canyon mit dem Superman Canopy zu überqueren.

Beim Wasserfall angekommen gings dann ein kleines Stück entlang des Flusses bergab zum beeindruckendsten Wasserfall den ich je gesehen habe. Zuerst über eine Hängebrücke, dann über in den Felsen gebaute Stufen gehts buchstäblich unter den Wasserfall. Das Gefühl unter dem Wasserfall zu stehen, wo pro Sekunde gefühlte 1 Millon Tonnen Wasser nur einen halben Meter neben dir herunterkommen, kann man nicht beschreiben. Man muss es selbst erlebt haben.

Unser Besuch in einem der beiden Thermalbäder im Ort reiht sich nahtlos an unsere bisherigen Erfahrungen mit „Thermen“ in Südamerika. Eines der Becken war durchaus sehr heiß und angenehm. Aber die Tatsachen, dass die Infrastruktur schon einige Jahre am Buckel hatte und das Wasser auch hier nicht gefiltert wird, hat den Eindruck ein wenig getrübt. Nichtsdestotrotz hat sich Armin ganz fröhlich mit den einheimischen Pensionisten unterhalten, die glaube ich, noch nicht all zu viele Ausländer in dem Bad getroffen haben.

Zum Abschluss haben wir noch das berühmte Casa del Arbol (Baumhaus) besucht. Berühmt deswegen weil am Baum auch eine hohe Schaukel montiert ist, mit der man bei Nebel ins Nichts oder bei schönem Wetter in die traumhafte Landschaft schaukeln kann. Wir genossen Ersteres. Unser freundlicher Taxifahrer hat am Weg zurück dann noch einen spontanen Stopp bei einer zweiten Schaukel eingelegt, wo wir wirklich über der Stadt schaukeln konnten.


Dannach gings wieder in den Bus und weiter nach Quito, wo wir am nächsten Tag ein nächstes großes Highlight unserer Reise begonnen haben: 4 Tage im  im Amazonas. ;)




Mit der umgebauten Materialseilbahn gehts ...



... über den 600m breiten Canyon.


Über die Hängebrücke ...


zum gigantischen Pailón del Diablo  ...


... und sogar darunter.


Selfie mit viel Wasser


Wer findet mich?


Schaukeln beim Casa del Arbol



Hier oben war die Sicht nicht so gut


Aber weiter unten ...


... hatten wir einen traumhaften Blick über die Stadt.


Südamerikanische Thermalbäder werden wohl nicht unsere besten Freunde.