Translate

Mittwoch, 13. Juli 2016

Medellin - Besuch bei Dani und Bootfahren am Fuße des Piedral del Peñol

Von Salento ging es mit dem Bus weiter nach Medellin. Bis vor ein paar Jahrzehnten war Medellin als eine der gefährlichsten Städte der Welt bekannt. Dieses Image hat sich durch bewusste Architektur in den Problemzonen, Verbesserung des Bildungsangebot und der Metro - die einzige in ganz Kolumbien - verbessert und 2013 wurde Medellin "zur innovativsten Stadt der Welt" gekürt.

Dieses vergangene Image als gefährlichste Stadt der Welt verdankte Medellin sicher auch zu einem großem Teil einem "sehr berühmten Verbrecher" oder "dem berühmten Geschäftsmann der Stadt". So wurde er zumindest bei den Stadtführungen genannt. Gemeint ist natürlich Pablo Emilio Escobar Gaviria oder auch Don Pablo. Der berüchtigtste Drogenbaron der Welt lebte und "arbeitete" in Medellin von wo aus er sein weltweites Drogenimperium leitete bis er 1993 von der Polizei erschossen wurde. Unsere Stadtführer trauten sich nicht seinen Namen während den Führungen auszusprechen aus Angst vor Reaktionen sowohl von Gegnern als auch von Befürwortern. Ich glaube das sagt schon sehr viel aus. Neben den Morden an tausenden unschuldigen Menschen, politischen Gegnern, Andersdenkenden oder einfachen Bauern im Dschungel hat er ab und zu auch den Armen einfach Geld gegeben. Zudem war die ganze Drogenindustrie nach seinem Tod arbeitslos. Entsprechend kontrovers und heikel ist das Thema bis heute in Medellin.

Nichtsdestotrotz versucht die Stadt mit allen Mitteln, und der Tourismus ist das effizienteste, dieses Image abzuschütteln und überzeugt mit moderner Architektur, Museen, einer extrem sauberen Metro und unzähligen typischen Salsabars. Der Hauptgrund unseres Besuchs war eine sehr liebe gute Freundin, die wir aus unserer Zeit an der FH kennen, die jetzt hier lebt, zu besuchen. Das Wiedersehen war sehr herzlich und wir verbrachten einen wundervollen Abend mit Essen, Cocktails, Aguardiente (no me gusta) und Salsatanzen. Vielen lieben Dank für alles Dani, es war genial! ;)


Der "Hauptplatz" von Medellin mit Regierungssitz und Justizpalast


Der plaza del luz (Platz des Lichtes) vor 20 Jahren boomte hier das Verbrechen, die neue Architektur soll ein neues Image bringen


Fußgängerzone im Zentrum


Der alte Justizpalast wurde stilecht erhalten und beherbergt jetzt ein Einkaufszentrum


Die größte Kathedrale der Welt .... aus Ziegelsteinen ;)


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Links die alte Vogelstatue von Botero die bei einem Sprengstoffanschlag zerstört wurde. Rechts die Neue.


Muchas gracias Dani !!!


Am nächsten Tag sind wir auf Dani's Empfehlung hin knappe zwei Stunden mit dem Bus nach Guatapé gefahren und es war wirklich noch schöner als versprochen und erwartet.
Die Stadt ist umgeben von einem Stausee der sich in der hügeligen Landschaft in hunderte kleine Buchten riesengroß ausgebreitet hat. Dieser Embalse del Peñol (Stausee von Peñol) ist nach dem kleinen Ort Peñol benannt der sehr bekannt für sein dortiges Wahrzeichen, den Piedra del Peñol (Fels von Peñol) ist. Dabei handelt es sich um einen 22 Millionen Tonnen 220 m hohen Monolith der hochkant in der Landschaft steht. Über rund 600 Stufen kann man den Fels erklimmen und den beeindruckenden Rundblick über den Stausee und die wunderschöne Landschaft genießen.
Auch hier waren wir natürlich nicht die einzigen Touristen, deswegen sind wir bald wieder hinunter marschiert und mit einem Mototaxi nach Guatapé gefahren. Mit einem Tretboot sind wir dann in eine der unzähligen Buchten gefahren, wo wir unsere Ruhe zum Schwimmen und Entspannen gefunden haben.


Am nächsten Tag haben wir uns noch sehr herzlich von Dani und ihrer Familie verabschiedet bevor wir auf den Flughafen gefahren sind, von wo aus es dann hierher in den Norden an die Karibikküste ging. Beim Aussteigen aus dem Flugzeug wurden wir schlagartig daran erinnert wo wir sind. Bei gefühlten 40 Grad und 80° Luftfeuchtigkeit haben wir einen Gang zurückgeschalten und genießen die Karibik. ;)


Inmitten der wundschönen Landschaft rund um den Stausee ...


... ragt der Piedra del Peñol 220m in den Himmel.


Die rund 600 Stufen gilt es zu erklimmen.


Von oben gibts dann diesen genialen Ausblick.





Der malerische Hauptplatz von Guatapé


Tretbootfahren am Stausee ... 


... im Schatten des Piedral del Peñol.


Inzwischen haben wir es erfolgreich an die Karibikküste gschafft und gewöhnen uns wieder an die Hitze. ;)


Blogeintrag schreiben bei der Hitze in Santa Marta ;)