Seit wir in Kolumbien sind habe ich mich nocheinmal verliebt, sie heißt Lulo und ist eine organgefarbene Frucht. An jeder Straßenecke gibt es in Kolumbien Jugos Naturales, also Saftbars die aus Maracuja, Mango, Mora, Lulo, Piña, Melón, Fresa, Guanabana, Zapote, usw. unglaublich geniale wie einfache Säfte mixen. Die Lulo und ich kennen uns schon länger und zwar seit Pozuzo in Peru, wo wir unsere erste Begegnung hatten. Dort heißt sie allerdings anders und ist unter dem Namen Quito Quito bekannt. In Ecuador findet man sie auch, allerdings unter dem Namen Naranjilla. War alles nicht so einfach das heraus zu finden, aber jetzt sind wir sehr glücklich (Maggy und ich) und genießen täglich zwei bis drei Jugos de Lulo, Mora oder Maracuja (unsere Favoriten).
In Peru: Quito Qutio, in Ecuador: Naranjilla und hier in Kolumbien: die LULO
Beim Aussteigen aus dem Flugzeug in Santa Marta hat uns die Termperatur und Luftfeuchtigkeit der Karibik die sprichwörtliche Watschn gegeben. Entsprechend tranquilo haben wir die ersten zwei Tag in Santa Marta entspannt im Pool im Hostel und am wenig aufregenden Stadtstrand verbracht.
Lulo und Maracuja ...
... am Stadtstrand von Santa Marta
Unser Plan war es dann im kleinen Fischerdörfchen Taganga, ein Stück nördlich von Santa Marta, die Großstadt hinter uns zu lassen und ein wenig am karibischen Sandstrand zu entspannen. Das hat allerdings leider nicht so ganz funktioniert. Einerseits wird dieses nette kleine Dörfchen von so ziemlich jedem Backpacker in Kolumbien heimgesucht, entsprechend überfüllt waren die Strände rund herum. Und andererseits war leider unsere Wahl des Hostels nicht ideal. Eins haben wir gelernt: Wenn man beim Einchecken einen Zettel vorgelegt bekommt wo man unterschreiben muss, dass man die Hausregeln verstanden hat, bedeutet das gleichzeitig, dass wir hier falsch sind. Nachtruhe 01:00 Uhr heißt, dass MINDESTENS bis 01:00 Uhr lautstark gefeiert und gesoffen wird. Einmal war es sogar der Besitzer des Hostels der bis 03:00 Uhr gefeiert hat, bis ich mich beschwert habe.
Jugo de Lulo am Strand von Taganga
Wir haben trotzdem versucht uns die Stimmung nicht all zu sehr versauen zu lassen und haben diverse Strände in der Umgebung erkundet. Vor den Toren von Taganga liegt der angeblich schönste Nationalpark von Kolumbien mit den angeblich schönsten Stränden der Welt. Der Parque Tayrona ist entsprechend auch Fixpunkt für jeden Backpacker. Wir sind einen Tag mit dem Bus nach El Zaíno gefahren, von wo aus man auf einem Wanderweg durch den Regenwald die schönsten Strände besuchen kann. Natürlich waren wir auch hier nicht alleine, aber die wirklich traumhaften Strände zwischen dem türkisblauen Meer und dem dichten Wald waren trotzdem sehr beeindrucken.
Hunderte Touristen (meistens Backpacker) zieht es hier her, entsprechend gibts es auch schon mehrere Campingplatze, Unterkünfte mit Hängematten sowie Restaurants und kleine Strandbars im Nationalpark. Von einem dieser Touristenzentren am wunderschönen, überfüllten Strand von El Cabo, haben wir beschlossen mit dem Boot zurück nach Taganga zu fahren. Ist zwar teurer aber schneller.
Auf vielen der beeindruckenden Strände ...
... wie auf diesem herrscht Badeverbot aufgrund der sehr starken Strömung.
In den letzten Jahren sind anscheinend sehr viele Menschen ertrunken.
Doch nicht auf allen: La Piscina (der Pool) ist durch ein vorgelagertes Riff geschützt
Durch den Nationalpark gehts zum nächsten Strand
Zelt- und Hängemattenlager für die Backpacker die hier übernachten wollen
Einer der schönsten: El Cabo
Hier gibt es nämlich sogar ...
... zwei Strände
Diese Bootsfahrt war leider eine Katastrophe. Prinzipiell sind fast alle Transportunternehmen in Kolumbien darauf spezialisiert Touristen auszunehmen. Aber diese äußerst unfreundlichen und geldgierigen Bootsfahrer waren der Gipfel der Frechheit. In das viel zu kleine (aber übermotorisierte) Boot wurden anstatt der üblichen schätzungsweiße 20 Passagiere über 40 Leute reingestopft. Sieben andere und ich mussten zusammengekauert am Boden, gegen die Fahrrichtung, sitzen während sich der Rest auf die seitlichen Bänke quetschte. Schwimmwesten gabs nur für die Hälfte der Menschen an Bord, und der anderen Hälfte hätten sie wahrscheinlich nicht viel gebracht im Ernstfall, so alt wie diese waren. Nachdem sich unsere "Bootscrew" bekreuzigt hat, ging es mit Vollgas unter Jubel der teilweise betrunkenen und oder verblödeten Backpacker über jede einzelne Welle. Ich bin normal kein Schisser, aber dieser Idiot von Kapitän hatte das Boot eindeutig nicht unter Kontrolle. Ein Wunder, dass wir angekommen sind. Jetzt wissen wir wie sich die Bootsflüchtlinge im Mittelmehr fühlen müssen.
Zusammengepfercht im überfüllten Boot gehts nach Hause
Nach einem entspannten weiteren Strandtag haben wir Taganga den Rücken gekehrt und haben uns ein Stück in die Berge abgesetzt. Und soviel sei verraten. Dort haben wir gefunden was wir gesucht haben ;)
Sonnenuntergang in Taganga













